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Wenn Venen Beine machen. Wie du Krampfadern aktiv vorbeugen kannst

Bei Venenschwäche kann der Körper das sauerstoffarme Blut nicht mehr vollständig zum Herzen zurückpumpen – das Blut versackt in den Beinen. Eine Venenschwäche äussert sich am Anfang meist durch müde und geschwollene Beine, später können Krampfadern dazu kommen. Auch das Risiko für Thrombosen steigt. Wir zeigen Dir, wie du mit Vitaminen und Pflanzenstoffen und weiteren einfachen Übungen und alltagstauglichen Tipps Krampfadern aktiv vorbeugen und Venenschwäche-Symptome lindern kannst.

Was passiert bei einer Venenschwäche?

Mit einer Gesamtlänge von 160 km transportiert ein Venengeflecht das Blut aus den Körpergeweben zum Herz zurück, nachdem es die Zellen mit Sauerstoff versorgt hat. Bis auf die grossen Körpervenen wie die Vena femoralis (im Oberschenkel) und die Vena cava (grosse Hohlvene in Bauch und Brustkorb) verlaufen die Venen in der Peripherie und zeichnen sich als bläulich-grünes Netz unter der Haut ab. Arterien hingegen liegen unsichtbar im Körperinneren und sind nur an wenigen Stellen überhaupt tastbar. In den Venen herrscht im Unterschied zu den Arterien nur ein minimaler Druck – das Blut fliesst gemächlich in Richtung Herz. Die Muskelbewegung funktioniert hierbei als Pumpe, so fliesst das Blut in Verbindung mit dem Muskeldruck zum Herzen. Tägliche Bewegung ist deshalb nicht nur für Herz und Stoffwechsel gesund, sondern unterstützt auch der Fluss des Venenbluts. Beim Pumpen des Blutes zurück zum Herzen muss der Körper in den Beinen gegen die Schwerkraft ankämpfen. Die Venenklappen in den Blutgefässen funktionieren wie Ventile und sorgen dafür, dass das hochgepumpte Blut in den Venen nicht zurückfliessen kann. Eine mögliche Ursache der Venenschwäche kann bei den Venenklappen liegen. Funktionieren die Klappen nicht, staut sich das Blut in der Vene.

Durch den Druck weitet sich das Gefäss und die Klappen schliessen noch schlechter. Dann werden Besenreiser (auffällige Gefässzeichnungen) oder Krampfadern sichtbar. Die häufig gut sichtbaren oberflächlichen Besenreiser sind nicht schön, aber ungefährlich. Mit Krampfadern verhält es sich anders, wenn sie sich entzünden. Das Krampfadern-Leiden kann auch durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) entstehen. Dieses entsteht, wenn das Blut in einem Blutgefäss auf eine Engstelle oder Unregelmässigkeit trifft. Das Blut kann nicht mehr ungehindert fliessen und die Vene verschliesst sich. Wenn sich solche Blutgerinnsel aus tiefen Beinvenen ablösen, besteht das Risiko einer potenziell tödlich verlaufenden Lungenembolie. Thrombosen sind nicht nur Ursache, sie können auch die Folge von Krampfadern sein, wenn sich die Venenschwäche stetig verschlechtert.

Es gibt verschiedene Gründe für Venenerkrankungen

Venenschwäche ist weit verbreitet, jeder Achte leidet darunter. Bei den meisten Menschen besteht eine erbliche Veranlagung für Venenschwäche (z.B. Blutgerinnungsstörungen und schwache Venenwände). Im Laufe des Lebens verschlechtern sich die Venenprobleme zusätzlich. Bewegungsmangel, langes Sitzen und Stehen, lassen durch die mangelnde Muskelbewegung das Blut langsamer zum Herz zurückfliessen. So kommt der Blutfluss ins Stocken und die Beinvenen erweitern sich unter dem gestiegenen hydrostatischen Druck. Dann können sich verstärkt Thromben bilden. Übergewicht stellt ebenfalls ein Risiko für Venenerkrankungen dar, weil es die Gerinnungsneigung erhöht und das Zusammenwirken von Muskeln und Gefässen stört. Auch Nikotin steigert die Blutgerinnung und die Entzündung der Gefässe. Mit der «Antibaby-Pille» steigt ebenso die Krampfader- und Thrombosegefahr, da Östrogene durch ihren gefässerweiternden Effekt die Venenfunktion schwächen. Da bei Schwangeren die Konzentration des Sexualhormons Östrogen besonders hoch ist, tritt eine Venenschwäche auch häufig in der Schwangerschaft auf.

Eine Kombination aus Pilleneinnahme und Nikotinkonsum wirkt dabei besonders ungünstig. Flüssigkeitsmangel verdickt das Blut und begünstigt dadurch die Thrombenbildung ebenfalls. Auch Entzündungen im Körper erhöhen die Blutgerinnung, da sie den Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen aktivieren. Mit einigen Massnahmen lassen sich die flexiblen Gefässe jedoch lange gesund halten und Beschwerden werden gelindert.

Venenerkrankungen natürlich vorbeugen und behandeln

Eine venenstärkende Lebensweise beinhaltet regelmässige Bewegung, Rauchverzicht, Gewichtsnormalisierung und eine gesunde vorwiegend vegetarische Ernährung. Nach maximal zwei Stunden Sitzen oder Stehen sollte unabhängig vom Aufenthaltsort ein kurzes Bewegungsprogramm folgen: Beine und Arme schwingen, abwechselnd zwischen Zehenspitzen und Fersen auf- und ab wippen (Wadenpumpe), locker hüpfen, Ausfallschritte, Fusskreisen. Bei längerem Sitzen und Stehen sollten deine Fussgelenke regelmässig durch Kreisen, Beugen und Strecken bewegt werden. Damit du die optimale Durchblutung und Beweglichkeit der Füsse gewährleistest, solltest du immer wann möglich deine Schuhe ausziehen (besonders, wenn diese Füsse und Knöchel einengen). Kompressionsstrümpfe unterstützen den Blutrückfluss und können z.B. bei Reisen getragen werden. Sie führen zu leichteren, wärmeren Beinen und weniger Schmerzen. Jedoch solltest du durch allzu konsequentes Tragen der Kompressionsstrümpfe den Venen nicht ihre Funktion «abtrainieren». Ergänzend zu den kurzen Bewegungseinheiten im Alltag unterstützt Ausdauersport die Venengesundheit. Dabei ist Schwimmen oder Aquajogging besonders wohltuend:

Nicht nur Muskeln, sondern auch der Wasserdruck befördern das Blut mühelos zum Herz zurück.

Starke Venen mit dem Kneipp-Guss

Kältereize wie frische Winterluft oder Schwimmen in kühlen Wassern aktivieren die Gefässe. Der Kneipp-Guss eignet sich dabei hervorragend, um den Kältereiz auch im Alltag zu Hause zu setzen. Man beginnt an der rechten kleinen Zehe, führt den Strahl seitlich hoch bis handbreit über das Knie. Dort wird der Wasserstrahl leicht hin- und herbewegt, wodurch die Wade einen glatten Wassermantel erhält. Nun den Fuss leicht nach aussen drehen und den Wasserstrahl zur Innenseite des Oberschenkels führen und hier auch drei- bis viermal hin- und herbewegen und die Wade von dieser Seite begiessen. Über die Beininnenseite abwärts zur grossen Zehe Guss beenden. Dann folgt in gleicher Weise der linke Fuss. Als Abschluss beide Fusssohlen begiessen. Durch diesen Kältereiz wird die Durchblutung und Venenfunktion verbessert.

Venengesundheit mit naturheilkundliche Massnahmen fördern

Bestimmte Vitalstoffe verbessern den Blutfluss in den Venen und stärken die Gefässe. Dazu gehören bspw. die sekundären Pflanzenstoffe, oligomere Proanthocyanidine (OPC). Diese Pflanzenstoffe sind zum Beispiel in hohen Mengen in Traubenkernen enthalten und verringern Entzündungen und oxidativen Stress – zwei Faktoren, die die Blutgefässe schädigen.

Zusätzlich stärkt OPC die Kollagenverbindungen (Festigungselemente von Blutgefässen). Dadurch werden die Venenwände geschützt und der Blutfluss verbessert. Diese sekundären Pflanzenstoffe können die Blutzirkulation und die Fliesseigenschaften des Blutes verbessern und somit vorbeugen, dass sich Gerinnsel bilden. Da auch Entzündungen im Körper die Blutgerinnung erhöhen, indem sie den Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen aktivieren, ist es wichtigen diesen Entzündungen entgegenzuwirken. Auch Extrakte des roten Weinlaubs werden seit Jahrzenten in der Medizin zur Behandlung von Symptomen der chronische-venösen Insuffizienz der Beine verwendet.

Blutegeltherapie

Bei einer Venenschwäche hat sich auch die Blutegeltherapie sehr oft bewährt. Mit der Blutegeltherapie lässt sich der Blutfluss der Venen verbessern. Während der Egel saugt, wird ein Sekret von seinen Speicheldrüsen in das Blut abgegeben. Dieses wertvolle Sekret ist antiseptisch und hat einen durchblutungsfördernden, gerinnungs- und entzündungshemmenden Effekt.