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Raus aus den Schuhen! So gesund ist Barfusslaufen

Sie sind für uns das, was die Wurzeln für die Bäume sind: Unsere Füsse erden uns, geben uns Halt und Gleichgewicht. Seit unseren ersten Schritten als Kleinkind tragen uns unsere Füsse tagtäglich geduldig durchs Leben. Und doch fristen die Füsse allzu oft ein vergessenes Dasein. Immer in Schuhen und auf flachen Böden unterwegs zu sein, kann zum Problem für die ganze Körperhaltung werden. Umso mehr sollten wir unseren Füssen Zeit widmen – und ab und zu einmal barfuss laufen. Kinder lieben das Barfuss laufen, sie spüren noch instinktiv, dass es natürlich und gesund ist. Die Füsse von Erwachsenen sind jedoch kaum noch an der frischen Luft. Damit leidet nicht nur die Fussgesundheit, sondern genauso unsere allgemeine Gesundheit.

Durch modernes Schuhwerk haben wir verlernt, uns natürlich zu bewegen

Im Unterschied zu Urvölkern, die sich auch heute noch ohne Schuhe fortbewegen, laufen wir heute kaum noch barfuss. So kommt es, dass die Mehrheit unserer Bevölkerung Fussdeformationen hat, also Knick-, Senk- oder Spreizfüsse. Unsere Schuhe sind oft viel zu eng, zu hart und unflexibel, so dass sich unsere Füsse im Laufe der Jahre verformen. Hinzukommt, dass wir mit Schuhen einen unnatürlichen Gang haben. Wir rollen über die Fersen ab.

Der ganze Knochenbau wird dadurch extrem belastet, gleichzeitig bildet sich die Fussmuskulatur stark zurück. Dadurch werden unsere Füsse deformiert und schwach. Die Füsse mit ihren jeweils 26 Knochen, 33 Gelenken, 20 Muskeln und mehr als 100 Bänder und Sehnen brauchen Vielfalt, um gesund zu bleiben. Fest im Schuh verschnürt, fehlt diese. Dabei geht es nicht nur um Kraft und Beweglichkeit des Fusses, sondern auch ums Gleichgewicht. Je häufiger wir die Füsse fordern, indem man auch einmal über Stock und Stein läuft, desto besser für sie.

Der Tarahumara-Stamm aus Mexiko ist ein hervorragendes Beispiel für Urvölker, die auch heute immer noch barfuss laufen. Dabei haben sie weder Muskel- noch Gelenkbeschwerden. Der Stamm ist für seine Ultralangstreckenläufer, die unfassbare Strecken Barfuss zurücklegen, bekannt. Auch die weltbesten Marathonläufer kommen aus afrikanischen Gebieten, in denen noch überwiegend barfuss gelaufen wird. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass der Mensch barfuss in der Regel schneller unterwegs ist. Ein eindrückliches Beispiel dazu ereignete sich 1960 in Rom vor der olympischen Marathonentscheidung. Die Schuhe des Äthiopiers, Adebe Bikila, waren durchgelaufen. Weil sich in der Stadt kein passender Ersatz finden liess, entschied sich Bikila, wie in seiner Heimat barfuss zu laufen. Er gewann Gold in Weltrekordzeit. Heutzutage laufen Leichtathleten zwar stets mit Schuhen. Diese sind aber sehr leicht und haben fast keine Fersenerhöhung. Sie sind also ganz dem natürlichen Fuss angepasst.

Füsse sind der Spiegel unserer Gesundheit

Wie kommt es, dass bei den Urvölker Rückenschmerzen, Arthrose oder Hüftprobleme weitgehend unbekannt sind? Wir kennen alle das Sprichwort «use it or lose it», was so viel bedeutet wie «nutze es oder verliere es». Gemeint wird dabei meistens die Muskulatur, welche vom Körper abgebaut wird, wenn sie nicht trainiert wird. Genauso geschieht es mit den Bändern und Sehnen. Je weniger Muskeln, Bänder und Sehnen belastet werden, desto mehr bilden sie sich zurück. Durch die starren Sohlen von Schuhen werden die 33 Gelenke, die sich im Fuss befinden nur zu einem Bruchteil bewegt und die Fussmuskulatur verkümmert, was zu Fehlbelastung führt. Mit dem Schuhtragen fördern wir ein unnatürliches Abrollen über die Fersen, wodurch der Lendenbereich, sowie das Hüftgelenk und die Achillessehne zu stark belastet werden. Dies kann schnell zu Schmerzen führen oder wiederum zu Fehlbelastungen anderer Körperpartien. Letztere können dann sogar in Rückenschmerzen, Arthrose oder Hüftprobleme münden. Barfusslaufen hilft, diesen Gefahren zu entkommen. Beim Barfusslaufen kann sich der Fuss so bewegen, wie es die Natur vorgesehen hat. Der Fuss wird komplett mobilisiert, alle Gelenke werden bewegt und die gesamte Fussmuskulatur beansprucht. Barfusslaufen hilft dir dabei, dein Fundament wiederaufzubauen, stark zu halten und deine Körperhaltung zu verbessern.

Auch der Gleichgewichtssinn sowie die Elastizität von Sehnen und Bändern wird beim Barfusslaufen gestärkt. Vom Gehen ohne Schuhe profitiert zudem auch dein Immunsystem. Durch das Barfusslaufen förderst du deine körpereigene Temperaturregulierung: Feuchte Wiesen oder nasser Sand lösen einen angenehmen Kältereiz aus, der dein Immunsystem positiv stimuliert.

Sommerzeit ist auch Wanderzeit: Mache ab und zu eine Pause und ziehe die Schuhe aus! Es ist nicht nur ein schönes Gefühl, sondern auch gesund, den Fuss auf den Naturboden zu setzen.

Fussreflexzonentherapie – Heilmethode mit langer Tradition

Es ist offensichtlich, dass herkömmliche Schuhe nachteilhaft für unsere Fussanatomie sind. Neben dem Barfusslaufen ist auch die Fussreflexzonentherapie eine wirksame und heilende Methode, um Beschwerden (und nicht nur diejenigen, die durch das Schuhtragen ausgelöst werden) zu lindern oder sogar direkt zu heilen. Die Fussreflexzonentherapie zählt zu den ältesten Therapieverfahren der Menschheit und war unter anderem besonders in China, Indien, Tibet, Ägypten und auch bei den amerikanischen Ureinwohnern verbreitet.

In der chinesischen Medizin heisst es, dass man den ganzen Körper auf seinen Fusssohlen trägt. Damit ist aber nicht die blosse Stützfunktion gemeint. Ähnlich wie die Haut, sind auch die Füsse Spiegel unserer Gesundheit. Unsere inneren Kräfte, wie auch Defizite resp. Leiden, sind auf unseren Füssen ablesbar – wie bei einem Baumstamm an dessen Jahresringe die «guten und schlechten» Zeiten erkennbar sind. Unsere Füsse sind sozusagen eine Landkarte unseres Körpers und gleichzeitig auch unseres seelischen Befindens. Sie speichern sowohl die persönliche Entwicklung (Charakter, Verhaltensmuster, Belastungen, Stress usw.) als auch die organische (Organe, Fliesskräfte, Versorgungsbahnen) und zeichnen diese sichtbar auf. Es bestehen verblüffende Zusammenhänge von Punkten am Fuss und weit entfernt liegenden Organen oder Körperteilen. Da unsere Füsse in enger Verbindung zu bestimmten Organen und Körperteilen stehen erstreckt sich die Wirkung der Fussreflexzonentherapie über den gesamten Körper.

Die Menschen wussten bereits früher intuitiv, dass gezielter Druck auf bestimmte Punkte am Fuss die Lebenskraft im ganzen Menschen besser zu Fliessen bringt. Mit der Anwendung am Fuss lassen sich alle Organfunktionen normalisieren, die Durchblutung fördern und die Gelenke beweglich halten. Zahlreiche Erkrankungen können über die Füsse erkannt werden und mithilfe der Reflexzonentherapie sanft gelindert werden. Die Reflexzonentherapie bewährte sich beispielsweise bei Erkrankungen, wie etwa bei Wirbelsäulen- oder Bandscheibenschäden, Rheuma, Arthrose und weiteren Gelenkerkrankungen. Zudem ist die Reflexzonentherapie auch bei Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Nieren- und Blasenerkrankungen, Unterleibsbeschwerden (wie z.B. Menstruationsbeschwerden), Atemwegserkrankungen, sowie Schlafstörungen hilfreich. Die Reflexzonentherapie geht aber über die körperliche Regeneration und symptomatischen Behandlung hinaus. Sie arbeitet mit den vorhandenen Lebenskräften des Menschen, sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene. Emotional gibt sie zugleich das Gefühl, «wieder festen Boden unter den Füssen zu haben.»