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Menopause – Heilpflanzen für starke Frauen

Auch wenn die Wechseljahre ein natürlicher Prozess sind, führt die Hormonumstellung bei manchen Frauen zu Beschwerden. Von den zahlreichen Beschwerden, die während den Wechseljahren auftreten können, sind etwa zwei Drittel der Frauen betroffen. Die hormonellen Schwankungen können manchmal in belastenden Situationen und Stress den Schlaf rauben oder sogar Hautprobleme verursachen. Wenn die Nacht keine erholsame Ruhephase für Körper und Geist darstellt, bleibt wenig Energie, um den Veränderungen während der Menopause stark entgegenzutreten.

Die Natur verfügt über sanfte Heilkräfte, die uns wieder in Balance bringen: Gewisse Pflanzen verfügen über wirksame Heilkräfte, die uns helfen können, die eigene Mitte wiederherzustellen.  Wir möchten dir das Wissen zu einigen Heilpflanzen mit auf den Weg geben, mit derer Hilfe du die Zeit des Übergangs und Wendepunktes natürlich und leicht erleben kannst.

Rose

Die Rose ist die Pflanze der Frau schlechthin. Sie hat einen starken Bezug zu Weiblichkeit, Schönheit und Sinnlichkeit und wird in der Naturkosmetik vielfach zur Hautpflege eingesetzt. Der Duft des Rosenöls vermag schlechte Gedanken und bedrückende Stimmungen vertreiben. Es wirkt beruhigend auf den Herzschlag und bei Nervosität. Bereits in der Antike war die Wirkung des Rosenöls bekannt, weshalb es erfolgreich gegen Erschöpfung eingesetzt wurde. 

Melisse

In der Melisse sind viele Flavonoide und Gerbstoffe (Pflanzenstoffe mit gesundheitsfördernder Wirkung), sowie viel ätherisches Öl mit den Hauptwirkstoffen Citral und Citronellal, enthalten. Melisse entfaltet einen angenehm krautig-zitronigen Duft. Beim Einschlafen kann Melisse durch nervenberuhigende und entspannende Eigenschaften unterstützend wirken. Zudem vermag die Heilpflanze angespannte Nerven zu besänftigen und den Magen-Darm-Trakt entkrampfen.

Frauenmantel

Die Blätter des Frauenmantels sind gestagenhaltig und haben eine hormonregulierende Wirkung auf den Körper. So kann er als Tee in den Wechseljahren bei Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen helfen. Sie wird auch als Mittel gegen prämenstruelle Syndrome oder gegen starke Monatsblutungen eingesetzt. Aber auch bei Magen- und Darmerkrankungen, wie etwa Durchfall, kann Frauenmantel hilfreich sein. Bei Harnwegsinfekten oder Bauchkrämpfen wirken Sitzbäder entspannend.

Salbei

Die ätherischen Öle und Flavonoide, die in Salbei enthalten sind, wirken schweisshemmend und helfen dabei, den Körper vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Trinke drei bis vier Wochen lang zwei Tassen frischaufgebrühten Salbeitee am Tag, am besten schluckweise über den Tag verteilt.

Yamswurz

Die in Nordamerika beheimatete Kletterpflanze empfiehlt sich aufgrund ihres Diosgenin-Gehalts in der Wurzel zur Linderung von Wechselbeschwerden. Diosgenin ähnelt dem menschlichen Gelbkörperhormon Progesteron. Untersuchungen haben ergeben, dass Diosgenin im Körper der Frau eine hormon-balancierende Wirkung entfaltet.

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen gilt als hervorragende Frauenheilpflanze: Es zeigt eine wohltuende und lindernde Wirkung bei Hautunreinheiten, die durch Stress oder Hormonschwankungen ausgelöst werden. Aber nicht nur auf äussere Häute wirkt das Gänseblümchen beruhigend. Es überzeugt auch mit seinen wundheilenden und entzündungswidrigen Kräften bei Entzündungen von Schleimhäuten oder auch nach Geburten.

Lavendel

Mit der Lavendelpflanze assoziieren wir Leichtigkeit, Sommer, Wärme und sanften Wind.  Ätherische Öle des Lavendels wurden bereits vor Tausenden vor Jahren eingesetzt, um Krankenzimmer zu reinigen und Ungeziefer fernzuhalten. Darin liegt auch die Stärke des Lavendels: Er kann sich gegen äussere Beanspruchungen und Faktoren gekonnt zur Wehr setzen. Bei Stress und Überlastung kann Lavendel zu mehr Ruhe und Entspannung helfen.

Grapefruit

Stimmungsschwankungen zählen mitunter zu den häufigsten Beschwerden, die sich während der Menopause bemerkbar machen. Schlechte Laune und Melancholie sind durch das «Freude-Öl» der Grapefruit schnell vertrieben. Dieses weckt wahrlich die Lebensgeister und hilft durch seine anregende Wirkung gegen schlechte Stimmungen und Schwermut. Das ätherische Öl der Grapefruit fördert mit seinem Hauptwirkstoff Monoterpene die Ausschüttung von Opiaten und wirkt dadurch sehr stimmungsaufhellend. Zusätzlich wird die Durchblutung, der Hautstoffwechsel und den Lymphfluss angeregt.

Schafgarbe

Im kaiserlichen China hiess es, dass die Schafgarbe in sich Geist und Materie vereint habe. Auch heute ordnet man dem Schafgarbenöl stark ausgleichende Kräfte zu. Besonders in Übergangszeiten hilft diese Heilpflanze zentriert zu bleiben und stärkt das Vertrauen in unsere Intuition. Zu dem beinhaltet die Schafgarbe sogenannte Phytohormone, die wie das menschliche Progesteron wirken.

Wie du siehst hält die Natur einige heilsame Pflanzen bereit, die dich in dieser besonderen Zeit unterstützen können. Die Wechseljahre umfassen mehrere natürliche Umstellungen im Körper: Der Stoffwechsel wird langsamer, der Energieverbrauch sinkt und auch Muskelmasse und Knochenmasse nehmen eher ab. Mit dem langsameren Stoffwechsel und dem sinkenden Energieverbrauch sind schnell einige Pfunde zu viel auf den Rippen. Die Zeit der Wechseljahre ist für viele Frauen mit einer ungewollten Gewichtszunahme verbunden. Daher ist es ratsam die Kalorienzufuhr dem Grundumsatz anzupassen und anstelle von kalorienreichem Lebensmittel mit viel Zucker auf naturbelassene, ballaststoffreiche Lebensmittel mit viel gesunden Fetten zurückzugreifen. Der Östrogenmangel führt zusätzlich auch zu einer Abnahme der Knochendichte. Daher ist es wichtig, dass du auf eine ausreichende Calcium- und Vitamin D3-Zufuhr achtest. Anstelle auf künstlich hergestellten Hormonen zurückzugreifen, die meist nicht nebenwirkungsarm sind, bieten sich pflanzliche, natürliche Therapien an.

Die Wirkung von Phytoöstrogenen

Phytoöstrogene sind natürliche Substanzen, die in über 300 Pflanzen vorkommen und sich vor allem in den äusseren Schichten der Pflanzen befinden. Wie der Name der natürlich vorkommenden Pflanzenstoffe verrät, entfalten Phytoöstrogene eine Wirkung, die derjenigen des körpereigenen Hormons Östrogen ähnelt. Letztere nimmt bekannter Weise in den Wechseljahren ab, weshalb besonders in den Wechseljahren diese Pflanzenstoffe eine wichtige Bedeutung zukommt. Phytoöstrogene können diesen Abfall des Hormons gewissermassen ausgleichen und zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden beitragen. Eine hervorzuhebende Eigenschaft der Phytoöstrogene ist, dass sie bei einem Östrogenmangel die Wirkung der Östrogene unterstützen, d.h. sie wirken schwach östrogenartig. Mit ihrer östrogenartigen Wirkung können sie bspw. einen positiven Effekt auf die Knochendichte haben. Wenn aber Östrogen in Übermenge vorhanden ist, dämpfen sie dagegen die Wirkung der Östrogene, d.h. sie wirken dann anti-östrogenartig (hemmen z.B. das Wachstum von Brustdrüsenzellen). Ausserdem ist eine phytoöstrogenreiche Ernährung auch wegen den günstigen Effekten der Phytoöstrogene auf Hitzewallungen und Schweissausbrüche sowie auf Herz-Kreislauferkrankungen, Osteoporose (Knochenschwund) während den Wechseljahren empfehlenswert.

Es gibt verschiedene Substanzklassen bei den Phytoöstrogenen, wobei Isoflavone und Lignane die zwei wichtigsten Gruppen sind. Die Isoflavone werden vor allem in Soja und anderen Hülsenfrüchten gefunden. Die Lignane sind in hauptsächlich in ölhaltigen Samen, z.B. Leinsamen, und verschiedenen Getreidesorten anzutreffen. Damit Phytoöstrogene in der Nahrung ihre Wirkung entfalten können, müssen sie langfristig und in ausreichender Menge in die Ernährung integriert werden.

Zahlreiche Pflanzen können dich also während der Übergangsphase unterstützen und dich in die nötige Stärke und Kraft bringen, damit sich diese «kritische Epoche» im Gegenteil manifestiert und dir einfach, leicht und angenehm erscheint. Freue dich auf diese spannende Lebensphase und geniesse diese Jahre im Zeichen des natürlichen Wendepunktes!

Du interessierst dich für die Wechseljahre oder erlebst diese momentan gerade selbst? Im HEILKUNDE Magazin (Ausgabe 2/22) legt Dr. med. Sabine Hamm, Frauenärztin und Soziologin, spannende und eindrücklichen Perspektiven über die Wechseljahre dar. Wissenschaftliche aber auch hexerische Sichtweisen werden miteinander in Verbindung gebracht und führen zu einer ganz neuen Verständnisebene und AHA-Momenten. Zudem erfährst du wie Frauen die Zeit der Wechseljahre als Abschied und Neubeginn entspannt erleben und geniessen können. Über folgenden LINK gelangst du zu dieser Ausgabe https://zeog.ch/products/nr-2-22-sommer