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Verhütung – Täglich Hormone einnehmen für das unkomplizierte Liebesleben?

In den fruchtbaren Jahren der Frau erzeugen Hormone regelmässig wiederkehrende Veränderungen im Körper. Normalerweise dauert die Menstruationszyklus bei den meisten Frauen zwischen 25 bis 32 Tage und lässt sich in drei Phasen einteilen.

Phase 1- Follikelphase (Tag 1-14): Dauert vom ersten Tag der Periode ca. 2 Wochen bis zum Eisprung. In dieser Phase reift die Eizelle heran. Hormone wie Östrogen und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) steigen an. Die Gebärmutter entwickelt eine dickere Schleimhaut als Vorbereitung auf die Schwangerschaft.  

Phase 2– Ovulationsphase (Tag 14): In dieser Phase verlässt eine reife Eizelle den Follikel und wandert den Eileiter entlang Richtung Gebärmutter – dies nennt sich auch Eisprung.

In dieser Zeit ist eine Frau am fruchtbarsten. Der Östrogenlevel im Körper ist auf dem Höhenpunkt. In dieser Phase fühlt sich die Frau meistens richtig gut, sie hat mehr Energie und oft auch mehr Lust auf Sex. Eine Frau ist nur während der Tage um den Eisprung herum fruchtbar

Phase 3- Lutealphase: (Tag 14-28): Die letzte Phase beginnt nach dem Eisprung und dauert bis zum Einsetzen der Periode. Progesteron und Östrogen steigen dank des Gelbkörpers an. Wenn aber ungefähr in der Mitte der Lutealphase die Eizelle nicht befruchtet wird, dann fallen beide Hormone stark ab und lösen die Menstruation aus. In dieser Phase ist das PMS (Prämenstruelles Syndrom) meist am stärksten, Viele Frauen haben Stimmungsschwankungen und oder Verdauungsstörungen und einen Blähbauch. Oder auch andere Symptome wie schmerzende Brüste oder fettige Haut. PMS kann aber sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, manche Frauen leiden unter sehr starken Symptomen, andere bemerken gar nichts.

Antibaby-Pille

Als offizielles Verhütungsmittel kam sie 1960 auf den Markt und wurde damals als sexuelle Selbstbestimmung der Frau gefeiert. Doch heutzutage hat sie für viele Frauen einen negativen Beigeschmack. Die Antibabypille gehört zwar zu den sichersten Verhütungsmitteln überhaupt, doch die Fassade der ach-so-tollen-Pille beginnt zu bröckeln. Warum viele Frauen und zunehmend auch bereits jüngere nach alternativen Verhütungsmitteln suchen und welche es gibt, erfährst du in diesem Artikel.

Einfach, unkompliziert und sicher. Das sind die Kriterien nach denen die Frau ihre Verhütungsmethode aussucht. Natürlich kommt der Antibabypille bei diesen Kriterien eine besondere Bedeutung zu. Wenn man die Pille täglich zur gleichen Uhrzeit einnimmt und auch sonst ein paar wichtige Spielregeln beachtet, ist eine ungewollte Schwangerschaft praktisch ausgeschlossen.

Doch was passiert eigentlich im Körper der Frau bei der täglichen Pilleneinnahme?

Die Pille enthält künstlich hergestellte Hormone Östrogene und Gestagene und wird einmal täglich eingenommen.

Der ursprüngliche Gedanke zur Pille ist schon mehr als einhundert Jahre alt. Ludwig Haberlandt, einer der damaligen führenden Hormonforscher weltweit, verdeutlichte die Ausgangsidee 1919 an einem einfachen Beispiel: «Wenn man nicht will, dass ein Fuhrwerk zu einem Parkplatz vordringt, der bereits belegt ist, dann versperrt man ihm den Weg. » Was demnach im Körper einer Frau ablaufen muss, um eine Schwangerschaft zu verhindern, ist eindeutig: Hormone müssen dafür sorgen, dass der Weg in die Gebärmutter für Eizelle und Spermien unpassierbar ist.

So nimmt die Frau täglich mit der Pille einen Überschuss an Östrogen und Gestagen zu sich und täuscht damit dem Körper eine Schwangerschaft vor. Ganze 21 Tage pro Monat täuscht «Frau» dem Körper eine Schwangerschaft vor! Gleichzeitig wird die Eireifung, der Eisprung und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt.

Pille – nein, danke!

Kein Wunder, dass die Ausgangsidee von Professor Haberlandt heftig angegriffen wurde und ihm «Verbrechen gegen ungeborenes Leben» vorgeworfen wurde. Die Idee wurde vorerst also aufs Eis gelegt. In den 1950er-Jahre wurde sie durch die Amerikanerin Margaret Sanger, eine Vorkämpferin für Geburtenkontrolle, und die Millionärin Katherine McCormick neu belebt: 1957 kam die Pille schlussendlich auf den US-Markt. 1961 war sie unter dem Namen «Anovlar» auch in der Schweiz erhältlich. Es ist schon erschreckend, wenn man denkt, dass Frauen bei mehrjährigen Pilleneinnahme mehr «schwanger» sind, als dass sie einen natürlichen Zyklus haben. Nun haben wir uns bloss einmal mit der Wirkungsweise der Pille befasst – mögliche Nebenwirkungen, wie u.a. Krebs, Bluthochdruck und Fruchtbarkeitsstörungen – sind einmal aussen vorgelassen. Und wir merken jetzt schon, wie sich der negative Beigeschmack ausweitet.

Nebenwirkungen? Ja, natürlich!

Die Pille ist ein Medikament und wie alle Medikamente, hat auch sie Nebenwirkungen. Warum also ein Medikament nehmen, wenn man nicht krank ist? Sollte man als Frau nicht einfach ganz normal seinen Zyklus haben? Will man überhaupt täglich Hormone nehmen und in den natürlichen Hormonhaushalt eingreifen?  Letztendlich sind es Hormone, die machen, dass Frauen Frauen sind und Männer Männer.

Was gibt es denn für Alternativen?

Es gibt zwei Gründe, warum Frauen die Antibabypille als Verhütungsmethode nutzen: Entweder wissen sie nicht Bescheid über die Wirkung der Pille in ihrem Körper oder sie kennen keine alternative Verhütungsmethode. Von wo auch? Selten haben Frauenärzte die Zeit, die junge Frau darüber aufzuklären, wie verschiedene Verhütungsmethoden im Körper wirken. Zeit ist Geld – deshalb ist es leichter und schneller Antibabypillen zu verschreiben. Würden wir eine Umfrage starten, welche Frau aufgeklärt worden ist, was die Pille in ihrem Körper «anstellt», stünden wir vor der erschreckenden Tatsache, dass die Allerwenigsten wüssten, dass ihnen jeden Monat eine Schwangerschaft vorgetäuscht wird! Schon klar, ist der Körper verwirrt, wenn es dann mal zu einer tatsächlichen Schwangerschaft kommen sollte. Grundsätzlich wird sowieso «viel zu viel» verhütet. Denn wir wissen: Für eine Schwangerschaft muss Sperma eine Eizelle befruchten.

Die Eizelle ist pro Monat nur an einem Tag fruchtbar (Eisprung)! Allerdings kann das Sperma für 5 Tage im Gebärmutterhals überleben. Deshalb sind es genaugenommen 6 Tage pro Zyklus, an denen die Frau überhaupt schwanger werden kann. Warum also für 21 Tage ein Medikament schlucken, wenn das Risiko schwanger zu werden, bloss an 6 Tagen im Monat besteht?

Wir stellen dir nun einige alternative Verhütungsmethoden vor, wobei wir uns auf hormonfreie Verhütungsmethoden beschränken. Schlussendlich greifen von aussen, künstlich zugesetzte Hormone immer in den eigenen, natürlichen Hormonhaushalt ein, welcher es nicht zu unterdrücken, sondern vielmehr zu unterstützen gilt.

Die Kupferspirale

Kupferspiralen werden vom Frauenarzt direkt in die Gebärmutter eingesetzt und können dort je nach Modell drei bis zehn Jahre bleiben. Die Kupferspirale gibt geringe Mengen an Kupferionen ab, wodurch Spermien in ihrer Beweglichkeit gehemmt und ihre Lebensdauer gekürzt werden und sich die Gebärmutterschleimhaut so verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Die Monatsblutung kann durch die Kupferspirale stärker ausfallen. Auch klagen viele Frauen über stärkere Schmerzen. In den ersten Wochen nach dem Einlegen ist auch das Infektionsrisiko leicht erhöht.

Das Kondom

Wer kennt es nicht? Die hauchdünne Latexhülle, wird über den Penis gezogen. Wenn es richtig passt, bietet es zuverlässigen Schutz. Nicht nur vor einer Schwangerschaft. Es schützt auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Wichtig ist, dass beim Kondomkauf die verschiedenen Grössen beachtet werden und die passende verwendet wird.

Das Diaphragma

Wie die Kupferspirale und das Kondom gehört auch das Diaphragma zu den mechanischen Verhütungsmethoden. Das Diaphragma wird in die Scheide eingeführt und über den Muttermund gestülpt. Dies geschieht bereits 2 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr und wirkt als Barriere, die das Zusammentreffen von Eizelle und Spermien verhindert. Frühestens 8 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wird das Diaphragma wieder entfernt. Der genaue Sitz vom Diaphragma ist entscheidend für die Sicherheit.

Natürliche Verhütungsmethoden

Zur natürlichen Verhütung zählen alle Verhütungsmethoden, die ohne Hormone, Chemie oder Eingriffe in den weiblichen Körper auskommen. Wenn diese Verhütungsmethode zur Anwendung kommt ist es wichtig, dass die Frau ihren Zyklus kennt und weiss wann die unfruchtbaren und fruchtbaren Tage sind.

Die Stimmung, Ausfluss und die Körpertemperatur zu beobachten können helfen herauszufinden, an welcher Stelle die Frau sich in ihrem Zyklus du gerade befinden. Nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur um 0.2 bis 0.5 Grad an. Jeden Morgen nach dem Aufstehen wird zur gleichen Zeit, an der gleichen Stelle die Körpertemperatur gemessen.

Bei der Zervixschleimmethode wird regelmässig der Zervixschleim am Scheideneingang beobachtet. Dessen Konsistenz geben Anzeichen für den Eisprung.  An den fruchtbaren Tagen ist er dünnflüssig und klar. Zur Unterstützung gibt es Apps und Temperaturcomputer, welche die Messergebnisse auswerten und so die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage bestimmen.

Die sympto-thermale Methode gilt als sicherste Methode der natürlichen Familienplanung, weil bei ihr die Temperaturmessung mit der Auswertung des Zervixschleims kombiniert wird.

Beim Coitus interruptus soll durch rechtzeitiges Zurückziehen verhindert werden, dass der Samenerguss in die Scheide gelangt. Das ist wohl die einfachste Methode, doch bedarf sie ein gutes Körperempfinden des Mannes.

Diese alternativen Verhütungsmethoden sind wahrscheinlich nicht so «bequem», wie die Verhütung durch die Antibabypille, bei welcher es mit der Pilleneinnahme getan ist. Insbesondere bei den natürlichen Verhütungsmethoden muss sich die Frau mit ihrem Körper und den darin ablaufenden weiblichen Vorgängen intensiv auseinandersetzen und lernen zu verstehen, welche Prozesse im Körper wann ablaufen. Monat für Monat bereitet sich der weibliche Körper auf eine potenzielle Schwangerschaft vor. Wenn man weiss, wie viel Energie, dass es den Körper kostet und welch hochkomplexen Abläufe ablaufen, um neues Leben schenken zu können, wird man vielleicht mit Blick auf die «verteufelte» Menstruation demütiger. Viel zu oft wird die Menstruation von den Frauen verflucht – steht sie doch sinnbildlich für Gesundheit und Fruchtbarkeit!

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