You are currently viewing Vom Teufelskreis des Brillentragens- Augengesundheit geht auch anders!

Vom Teufelskreis des Brillentragens- Augengesundheit geht auch anders!

Sobald wir sie öffnen, sind sie einsatzbereit – unsere Augen! Sie machen 80% aller Sinneseindrücke aus. Unseren Augen kommt heutzutage eine hohe Belastung zutragen, denn die meisten von uns verbringen viel Zeit vor dem Computer, Fernseher, Laptop, Tablet oder Smartphone. Dabei nutzen wir unsere Bewegungswinkel der Augen viel zu wenig: Bewegungen von links nach rechts, diagonal oder den Blick in die Ferne finden kaum statt. Wir sind uns gar nicht bewusst welch hoher Beanspruchung wir unsere Augen täglich aussetzen und kümmern uns nicht, um unsere Augengesundheit, solange die Augen noch gut funktionieren. Viele Menschen, die zum Brillentragen verdonnert wurden, tragen die Brille ihr ganzes Leben lang. Einmal Brille – immer Brille? Obwohl es doch so schön heisst, dass wir mit der Brille an Sehstärke hinzugewinnen können. Wenn wir unser wichtigstes Sinnesorgan nicht über die Brille stärken, wie können wir sonst unsere Augen in ihrer täglichen Arbeit unterstützen, belohnen und schonen, sodass sie bis ins hohe Alter gesund bleiben?

Der Kamera unseres Körpers entgeht nichts

Die Augen passen sich an Helligkeit an, erkennen Gegenstände und unterscheiden Farben. Apropos Farben. Wusstest du, dass Männer Farbtöne bläulicher wahrnehmen als Frauen? Dies könnte eine Erklärung dafür sein, warum sich Männer und Frauen über die Farbe eines Kleidungsstückes oftmals uneinig sind. Jede Sekunde erreichen 10 Millionen Informationen über die Augen unser Gehirn.

Das Sehen ist nämlich ein Prozess, der erst im Gehirn stattfindet. Die Augen werden von einer Gehirnhemisphäre gesteuert und erzeugen elektrische Impulse, welche sie an das Gehirn weiterleiten. Das rechte Auge, wird von der linken Gehirnhemisphäre gesteuert. Diese Hemisphäre ist die analytische Gehirnhälfte des Sehzentrums. Das linke Auge wird über die rechte Gehirnhemisphäre, welche für das kreative Sehen, das Sehen in der Ferne und das Bild als Ganzheit zuständig ist.

Bei Neugeborenen fehlt die Sehschärfe. Sie können nur hell und dunkel unterscheiden bis sich der Sehapparat vollständig ausbildet. Das Zusammenspiel der Augen muss jedoch geübt werden, denn es ist eine grosse Herausforderung beide Augen so zu koordinieren, dass im Gehirn nur ein einziges Bild entsteht. Mit den ersten Bewegungen des Säuglings entwickelt sich die Koordination der Gehirnhemisphären. Kindliche Bewegungen und Krabbeln, sollten unbedingt gefördert werden, weil sie enorm wichtig sind für die Entwicklung der Augen und die Zusammenarbeit beider Gehirnhälften. Damit die Vielzahl an Informationen aufgenommen werden können, benötigt das Auge Sinneszellen. In der Netzhaut befinden sich 130 Millionen Sinneszellen. Wäre das Auge eine Kamera, hätte sie 576 Megapixel, was 14-mal besser ist als jede Kamera.

Das Dilemma mit der Digitalisierung und unserer Augengesundheit

Damit wir unseren Körper bewegen können, benötigen wir Muskeln. Dieses Prinzip ist auch beim Sehvorgang vertreten. Auch die Augenbewegungen und schlussendlich das Sehen basieren auf der Arbeit von Muskeln. Jedes Auge wird von 6 Muskeln in verschiedene Richtungen bewegt. Durch diese Muskeln können die Augen circa 100’000 Bewegungen am Tag ausführen. Aber nicht nur alle Richtungen werden durch die Muskelarbeit ermöglicht, sondern auch die Einstellung von Nähe und Ferne. Die Scharfeinstellung übernimmt der sogenannte Ziliarmuskel über die Veränderung der Krümmung der Linse. Dieser Vorgang ist ähnlich, wie die Scharfstellung beim Fotoapparat, nur eben auf biologische Weise und basierend auf dem Zusammenspiel von Muskeln. Nun sitzen wir grösstenteils am Computer und befinden uns in unseren Wohnungen, Büroräumlichkeiten oder sonstigen Innenbereichen. Die Wände resp. die Begrenzung unserer Sicht ist dann in unmittelbarer Nähe und wir gucken immer weniger in die Ferne. Bei der täglichen Arbeit auf dem Computer ist unser Blickfeld stark limitiert und begrenzt sich auf die Bildschirmgrösse des Computers. Weder Rechts – / Linksbewegungen noch die Scharfstellung mittels des Ziliarmuskels finden dann noch statt. Die Muskeln werden immer weniger benutzt. Wie auch die übrigen Muskeln unseres Körpers bei Immobilität verkürzen, so verkümmern auch die Augenmuskeln. Damit geht ein langsamerer Stoffwechsel der Muskel und des Sehnervs einher, wodurch die Sehnen anschwellen können. Weil der Platz nun weniger wird, wird der Sehnerv komprimiert und es kann sich eine schlechte oder getrübte Sicht, oder ein Flimmern bemerkbar machen.

Die wichtigsten Eckpfeiler für eine starke Augengesundheit

Es ist erstaunlich zu welchen Höchstleistungen unsere Augen fähig sind, wenn wir wissen, welch widrigen Bedingungen wir ihnen tagtäglich zumuten. Unser wichtigstes Sinnesorgan gilt es zu schützen. Einige schicke Einrichtungen hat uns Mutter Natur bereits mitgegeben. So halten die Augenbraunen beispielsweise den Schweiss davor ab in unser Auge einzudringen. Und durch die Wimpern wird unser Auge vor Staub geschützt. Zusätzlich wirken die Wimpern auch als Sonnenschutz vor zu intensiver Lichteinstrahlung. Neben diesen Einwirkungen von aussen gilt es unser Auge auch von innen heraus zu stärken und zu schützen, sodass wir dieser steten Überforderung der Augen entgegenwirken können. Um unsere Augen so lange wie möglich gesund zu halten, sind regelmässige Augenübungen, eine ausgewogene Ernährung und der Schutz vor schädlicher UV-Strahlung elementare Bestandteile.

Die Muskeln des Auges gilt es wieder an die ursprünglichen Bewegungswinkel heranzuführen. Durch gezielte Augenübungen wird eine Dehnung, eine Flexibilität, des Augenmuskels erzielt. Die Augen können sich erholen und der Stoffwechsel wird angeregt: Nährstoffe werden dorthin gebracht, wo sie gebraucht werden und Abfallstoffe werden abtransportiert, um Mülleinlagerungen zu verhindern.

Eine gute Übung, die sich einfach in den Alltag integrieren lässt, ist die Nah-Fern-Übung: Schaue mehrmals bewusst weit hinaus aus dem Fenster und blicke in die Ferne. Dadurch trainierst du die Sehschärfeneinstellung.

Um deinen Augen die nötige Abwechslung zu den sonstigen monotonen Bewegungswinkeln zu bieten, ist das Uhren-Spiel eine nette Übung: Stell dir eine Uhr vor deinem geistigen Auge vor. Mit dem Auge machst du alle linken, rechten, diagonalen Bewegungen analog des Stundenzeigers. Mal wandern deine Augen auf 9.00 Uhr, dann wieder auf 4.00 Uhr, dann auf 1.00 Uhr usw.

Weiter gilt es besonders auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischen Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse und Fisch zu achten. Durch diese Lebensmittel gelangst du an die sehkraftstärkenden Vitalstoffe, wie Vitamin C, Vitamin A, Vitamin B 12, Lutein, Astaxanthin, Zeaxanthin und Omega-3 Fettsäuren.

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel kann zusätzlich helfen, eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen, zu gewährleisten. Auch der Schutz vor schädlichem UV-Licht ist ebenso wichtig. Das blau-violette Licht, welches auch im Sonnenlicht enthalten ist, steuert unser Wohlbefinden und unseren Melatoninspiegel. Zu viel davon kann aber zu Augenschäden führen. Zudem fördert UV-Licht die Bildung von sogenannten freien Radikalen. Diese können Körperzellen angreifen und schädigen. Die beiden oben aufgezählten Carotinoide, Lutein und Zeaxanthin, können freie Radikale neutralisieren. Unsere Augengesundheit haben wir gewissermassen selbst in der Hand und entscheiden täglich, wie viel Fürsorge, Aufmerksamkeit und Liebe wir unserem wichtigsten Sinnesorgan schenken!