You are currently viewing Sekundäre Pflanzenstoffe bringen nicht nur mehr Farbe ins Pflanzenreich….

Sekundäre Pflanzenstoffe bringen nicht nur mehr Farbe ins Pflanzenreich….

Grüner Brokkoli, orange Karotte, rot-violette Trauben – die bunte Farbpalette der Natur sieht nicht nur toll aus, sondern birgt auch viele gesundheitliche Vorteile für uns. Kräuter, Obst und Gemüse liefern neben Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen auch jede Menge sekundäre Pflanzenstoffe. Die sekundären Pflanzenstoffe werden in der Pflanze hergestellt und dienen der Pflanze als Schutz vor widrigen Umständen. Sie verleihen unserem Essen Farbe, Duft und Geschmack.

Gesundheitliche Bedeutung sekundärer Pflanzenstoffe für den menschlichen Organismus

Die genaue Anzahl an sekundären Pflanzenstoffen ist bis heute nicht vollständig geklärt. Schätzungen gehen von 100’000 verschiedenen sekundären Pflanzenstoffen im Pflanzenreich aus, wobei 5’000 bis 10’000 in der menschlichen Nahrung vorkommen. Alleine im Weisskohl wurden bisher 49 unterschiedliche Pflanzenstoffe identifiziert. Durch unterschiedliche Forschungen und Studien konnte festgestellt werden, welche sekundären Pflanzenstoffe für uns toxisch, welche wir also meiden sollten und welche sekundären Pflanzenstoffe besonders gesundheitsförderlich wirken. Sekundäre Pflanzenstoffe werden in der ernährungswissenschaftlichen Literatur ebenso wie Ballaststoffe und Substanzen in fermentierten Lebensmitteln zu der Gruppe der bioaktiven Substanzen zusammengefasst. Sekundäre Pflanzenstoffe sind in sämtlichen pflanzlichen Lebensmitteln, wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte oder Kartoffeln zu finden. Sie geben den pflanzlichen Lebensmitteln ihre Farbe, ihren charakteristischen Geruch und Geschmack. Aufgrund ihrer chemischen Struktur und funktionellen Eigenschaften werden die sekundären Pflanzenstoffe zu unterschiedlichen Gruppen zugeordnet. Zu den wichtigsten Gruppen der sekundären Pflanzenstoffe zählen Polyphenole, Carotinoide, Phytoöstrogene, Glucosinolate, Sulfide, Monoterpene, Saponine, Protease-Inhibitoren, Phytosterine und Lektine. Chlorophyll und Phytinsäure lassen sich zu keiner der genannten Gruppen zuordnen, gehören aber ebenfalls zu den sekundären Pflanzenstoffen. Die positive Wirkung unterschiedlicher sekundärer Pflanzenstoffe ist äusserst vielfältig, wobei sich ein grosser Teil des gesundheitlichen Mehrwerts von pflanzlicher Kost auf die oben genannten Stoffe zurückführen lässt. Resveratrol oder Oligomere Proanthocyanidine (OPC), die z.B. in der der Schale roter Trauben und Traubenkernen vorkommen, gehören ebenfalls, wie das Curcumin aus Kurkuma, zu der Übergruppierung Polyphenole. Polyphenole wirken antioxidativ, antithrombotisch, blutdrucksenkend, entzündungshemmend, immunmodulierend, blutzuckerregulierend und zeigen einen positiven Einfluss auf kognitive Fähigkeiten. Auch die Carotinoide, Beta-Carotin und Lycopin, weisen antioxidative, immunmodulierende, entzündungshemmende und cholesterinsenkende Wirkung auf – um nur einige Beispiele aus den verschiedenen Gruppierungen der sekundären Pflanzenstoffe zu nennen. Durch diesen gesundheitlichen Mehrwert von sekundären Pflanzenstoffen ist es auch wenig überraschend, dass sie dazu beitragen können das Risiko für chronische Erkrankungen, wie bspw. Diabetes mellitus Typ II, Herzkrankheiten, Krebs, Bluthochdruck zu senken.

Bunt, bunter, farbenfroh!

Einige der relevantesten sekundären Pflanzenstoffe, sowie deren Farbe und einigen Vertretern, die diese sekundären Pflanzenstoffe enthalten, haben wir untenstehend aufgelistet:

  • Beta-Carotin (z. B. Kürbis, Karotten, Süsskartoffeln)
  • Chlorophyll (z. B. Rucola, Grünkohl, Spinat)
  • Curcumin (z.B. Kurkuma)
  • Cyanidin (z. B. Brombeeren, Rotkohl, Heidelbeeren)
  • Lycopin (z. B. rote Paprika, Tomate, Erdbeeren)

Neben den orangen Lebensmitteln sind auch einige grüne Lebensmitteln Beta-Carotin-Lieferanten, wie bspw. Grünkohl, Spinat oder Feldsalat. Viele grüne Lebensmitteln enthalten ebenso die roten, gelben, orangen Farben, werden aber durch das stärker deckende Chlorophyll überdeckt.
Du kannst mit eigenem Auge sehen, welche Lebensmittel besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Wenn du das nächste Mal die Auswahl zwischen einem weissen und violetten Blumenkohl hast, solltest du zum violetten Blumenkohl greifen. Bei der Auswahl zwischen weissen und roten Zwiebeln, sollten ebenfalls die roten Zwiebeln bevorzugt werden, denn die Farbpigmente, die wir sehen, sind die sekundären Pflanzenstoffe. Die gesundheitsfördernden Auswirkungen einer pflanzenbetonten Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Getreide und Nüssen sind auch auf deren Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen zurückzuführen. Auf deinem nächsten Einkaufszettel sollten also viele verschiedene, bunte Gemüse – und Obstsorten stehen!