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Die Zähne

Beitrag aus dem HEILKUNDE Magazin 4 | 21

Die Natur hat das Tor zu unserem Körper mit Superlativen ausgestattet. Wussten Sie, dass der stärkste Muskel unseres Körpers der Kaumuskel und die härteste Substanz des Körpers unser Zahnschmelz ist? Und doch ist die Mundhöhle einer der empfindlichsten Punkte des Körpers. Gerät die natürliche Mundflora und Zahngesundheit aus dem Gleichgewicht, können krankmachende Mikroorganismen die Oberhand gewinnen und die Leistungsfähigkeit des gesamten Körpers belasten.

Wer Beschwerden oder Karies an seinen Zähnen hat, geht davon aus, dass diese Beschwerden einzig und allein vom Zahnarzt behandelt werden können. Heute weiss man das sogar schwerwiegende körperliche Beschwerden von kranken Zähnen herrühren können oder umgekehrt. 

Es ist allgemein viel zu wenig bekannt, dass der Mund eine zentrale Stellung einnimmt, die dem Gehirn und dem Herzen gleichwertig ist. Zum Beispiel beim Embryo entwickelt sich der Mund-Zahn-Kiefer Bereich in der gleichen Reifungsphase wie Herz, Gehirn und Augen. Etwa zwischen der sechsten und achten Schwangerschaftswoche entsteht die Zahnleiste, aus der sich später die Zähne den Weg bahnen. Also lange vor anderen Körperteilen oder Organen wie Magen und Darm. Wie wichtig unsere Zähne für uns sind, spiegelt sich auch in der Sprache. Geläufige Ausdrücke im Volksmund wie «auf die Zähne beissen», «Biss haben» oder «jemandem die Zähne zeigen» machen uns deutlich welche wichtige Rolle den Zähnen zu kommt. Nämlich die elementaren Funktionen der Zähne als Waffe, Werkzeug und Schmuck. Dazu kommt, dass der Mund und die Zähne als kommunikative Organe für die menschliche Artikulations- und Sprechfähigkeit unentbehrlich sind. Im Mund vereinigt sich so die Innen- und Aussenwelt des Menschen. Die Gesundheit der Zähne ist aus der Sicht der Naturheilkunde auch für ein ausgeglichenes Seelenleben von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Eine wachsende Minderheit von Zahnmedizinern sehen hinter Zahnerkrankungen häufig auch problematische psychische Zustände, die sich natürlich nicht durch Zahnziehen, Füllungen oder Überkronen beseitigen lassen.

Unsere Zähne haben es jedoch schwer in der Wohlstandsgesellschaft. Von innen falsch oder mangelhaft ernährt, von aussen mit Kariesbakterien und deren Nahrung Zucker überflutet. Dann putzt der Mensch sie mehrmals am Tag. Meistens mit scharfen Mitteln, die nicht nur den Belag, sondern oft auch den Schmelz angreifen und sehr häufig dazu giftige Stoffe enthalten, die nicht nur die natürliche Flora in der Mundhöhle zerstören, sondern auch über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen werden.

Geht das auch anders? Ja, natürlich! Da wir das in unserer Gesellschaft aber nicht gelernt haben, ist es für viele schwierig. Wer früh bei sich selbst mit einer gesunden Ernährung anfängt und den richtigen Zahnarzt findet, hat heute gute Chancen bis ins hohe Alter mit gesunden Zähnen zu leben.